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  • Gut erklärt: Was sind Angebote?

    Gut erklärt: Was sind Angebote?

    SICHER DIR JETZT DAS ANGEBOT DER WOCHE! SO LANGE DER VORRAT REICHT!

    Na, macht dich das an? Du versprichst dir ein günstiges oder sogar kostenloses Produkt davon? Das ist so gewollt. Angebote, Rabatte und Aktionen vernebeln dein Gehirn und machen dich kauffreudiger.

    Angebote sind wie Kokain

    Dein Belohnungssystem im Gehirn ist getriggert. Dein Puls steigt, die Atmung beschleunigt sich, Euphorie macht sich breit. Du möchtest kaufen und deinen Rausch genießen.

    Rabatte, Aktionen und Angebote funktionieren laut Wissenschaftler:innen wie Drogen. Die ersten 5 Sekunden nach einem Kauf lösen im Gehirn grundlegend das Gleiche aus wie Kokain. Ganz schön schräg, oder?

    Rabattaktionen wurden von uns allen erlernt. Produkte werden dadurch noch schmackhafter. Wenn sie besonders günstig sind, dann greifst du vielleicht auch zu, wenn es gar nicht so richtig gebraucht wird? Immerhin ist es billiger!

    Angebote wirken wie eine Droge
    Angebote, Rabatte, Aktionen lösen einen Rausch im Kopf aus (CC BY-NC-SA 4.0) GGP

    Rabatte sind psychologisches Marketing

    Cyber-Week. Black Friday Sale. Prime Week. Black November. Schlussverkauf. Aktion. Neueröffnung. Räumungsverkauf. Deals. Mehrvember. Veganuary. 3 für 2. Schnäppchen. Rabattaktion.

    Nichts befriedigt mehr als ein guter Deal zur richtigen Zeit. Der Verlust von Geld wird vom Belohnungsgefühl überlagert. Händler:innen lieben diesen Trick und machen sich das natürlich zu nutze. Schließlich müssen Waren an den Mensch gebracht werden.

    Falle nicht mehr auf Angebote herein

    Um einen kühlen Kopf bei Angeboten und Rabatten zu behalten, kannst du dich an diesen Punkten abarbeiten. Uns hilft es, Sales sachlicher und ehrlicher einzuschätzen.

    1. Durchatmen
    2. Vergleiche die Preise im Netz
    3. Brauchst du das Produkt?
    4. Und jetzt sofort?
    5. Hast du es schon in anderen Varianten?
    6. Hattest du so etwas bereits?
    7. Nochmal überlegen: Brauchst du es wirklich?

    Du hast alles mit JA beantwortet:

    • Dann schlafe eine Nacht darüber!
    • Komm morgen nochmal mit klarem Kopf wieder.
    • Angebote gibt es alle Nase lang.
    • Übrigens: Rabatte sind nicht immer günstiger. 😉
    Überdenke Angebote in Ruhe
    Nimm dir Ruhe und Zeit für deine Entscheidung (CC BY-NC-SA 4.0) GGP

    Viele Käufe – ob zu Rabattaktionen mit fancy Namen oder Nice-to-Haves – sind Luxus. Es fühlt sich gut, sich etwas Gutes tun zu können. Das sollte sich jede:r gönnen dürfen. Die eigenen Kaufhandlungen kritisch zu hinterfragen, ist dennoch wichtig. Nicht jedes Produkt bietet einen wirklichen Mehrwert. Produkte sollten dir mehr als 5 Sekunden Glück bringen.

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    Foto von canva.com collagiert von GGP

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  • Gut erklärt: Was ist Nachhaltigkeit?

    Gut erklärt: Was ist Nachhaltigkeit?

    Eins ist mal klar: Nachhaltigkeit ist gerade absolut angesagt und verkauft sich bestens. Das gute Gewissen in kleinen Packungen. Doch was ist echte Nachhaltigkeit? Woher kommt es und welche Stellung hat es in deinem Leben eingenommen?

    Die Definition von Nachhaltigkeit

    Wir lieben es, nachhaltig zu kaufen, zu essen, zu leben und zu sein. Das Wort steht Synonym mit einer Lebensweise achtsam zu sein. Doch was bedeutet Nachhaltigkeit wirklich?

    Laut Duden von 1915 bedeutet es:

    1. Wirkung, die länger anhält
    2. forstwirtschaftliches Prinzip
    3. biologisches Prinzip: Es darf nur das verbraucht werden, was nachwachsen, sich regenerieren und künftig wieder bereitgestellt werden kann

    Alter Wein in neuen Schläuchen

    Das erste Mal wird laut der Deutschen Gesellschaft für Qualität der Begriff Nachhaltigkeit schon 1713 erwähnt. Damals im Werk von Hans Carl von Carlowitz im Bezug auf Forstwirtschaft. Die Idee dahinter war das stabile Gleichgewicht.

    1987 wurde der Begriff dann zum Programm. Die Brundtland Kommission beschrieb in ihrem Bericht Our Common Future die nachhaltige Entwicklung und setzte damit den Standard für die Nachhaltigkeit:

    Humanity has the ability to make development sustainable – to ensure that it meets the needs of the present without compromising the ability of future generations to meet their own needs.

    Bericht der Brundtland Kommission

    Konsum [ist] dann nachhaltig, wenn er „den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und ihren Lebensstil zu wählen“.

    BMU | Nachhaltiger Konsum

    Kurz gesagt: Entwicklung sollte nachhaltig gestaltet werden, damit auch künftigen Generationen ein schönes Leben haben können..

    Tja. Das lief wohl nicht so gut. 50 Jahre später gibt es immer noch die gleichen Forderungen. Das Leben der heutigen Generation und künftiger Generationen ist gefährdet.

    Nachhaltigkeit im Bericht der Brundtland Kommision
    Die Brundtland Kommission wollte mehr als wir geschafft haben (CC BY-NC-SA 4.0) GGP

    Nachhaltigkeit heute

    Viele Menschen haben ein (neues) Bewusstsein entwickelt. Reparieren statt Neukaufen ist groß in Mode — wie zu „Omas Zeiten“. Schluss mit der Wegwerfgesellschaft. Nicht nur für’s Klima, sondern auch für das eigene Gewissen.

    Dann ist doch alles gut, oder? Leider ist der Begriff Nachhaltigkeit heute ziemlich verbraucht. Es reicht vom netten Nebeneffekt über vorgeschobene Verkaufsargumente (-> Greenwashing) bis hin zur Lebenseinstellung. Nachhaltigkeit ist alles und über all ist Nachhaltigkeit drin.

    Das ist ein Problem, denn wir können nicht mehr richtig einschätzen, was nachhaltige Strukturen und Prozesse ausmacht.

    Greenwashing

    Firmen und Politik haben erkannt: Nachhaltigkeit verkauft sich.

    Die allermeisten Firmen bauen Dinge jetzt nachhaltig(er), weil sie damit in erster Linie Geld erwirtschaften wollen. Leider oftmals nicht, weil sie wirklich dahinter stehen. Das nennt sich Greenwashing.

    Oftmals werden auch nur gut bzw. grün klingende Argumente vorgeschoben oder minimale Dinge verändert und das als Revolution verkauft. Ein Großteil des „Ohne Inhaltsstoff XY“-Marktes basiert darauf.

    Nachhaltigkeit ist ein Trend
    Alles ist nachhaltig und kann die Welt verändern (CC BY-NC-SA 4.0) GGP

    Echte Nachhaltigkeit fängt aber beim Umdenken an. Und es bringt auch wirtschaftliche Unsicherheiten und Investitionen. Das Risiko wollen nicht alle Firmen tragen. Einige können es auch nicht, da sie sonst am Markt nicht gegen die Konkurrenz ankommen. Da sind groß angelegte PR-Kampagnen günstiger.

    Am Ende kannst nur du den Unterschied machen. Erkennen Greenwashing und kaufe diese Dinge nicht. Werde laut. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass der Markt das nicht von selbst regelt, sondern für echte Nachhaltigkeit Regulierungen braucht. Zumindest so lange, bis Menschen von selbst darauf kommen oder nicht mehr nur ans eigene Wohl denken.

    Die Stilmittel des „grünen“ Marketings

    Du brauchst nicht den vollen Durchblick zu haben, um Greenwashing von echter Nachhaltigkeit zu unterscheiden. Wir haben dir die wichtigsten Stilmittel des „grünen“ Marketings zusammen getragen.

    • Schwammige Sprache: Wörter ohne klare Bedeutung, z.B. umweltfreundlich
    • Grünes Produkt vs Dirty Firma: Grüne Produktlinie in einem sonst nicht so nachhaltigem Unternehmen
    • Stimmungsbilder: Bilder, die einen falschen Eindruck vermitteln
    • Faule Claims: Alleiniges Bewerben der nachaltigen Attribute
    • Falsche Branchenstandards: Bestes Unternehmen in Sustainbility, obwohl der Wettbewerb alles andere aIs nachhaltig ist
    • Unglaubwürdigkeit: Produkte werden tasächlich in der Farbe „Grün“ gemacht -> Greening
    • Irrelevante Informationen: Unverständliche und irrelevante Informationen, die Nichts über die tatsächliche Herstellung aussagen
    • Falsches Label: eigene Gütesiegel, die nur dafür erfunden wurden
    • Fehlende Nachweise: Es fehlen geprüfte Fakten zur Richtigkeit der Angaben
    • Lügen: Claims oder Daten wurden für den guten Ruf erstellt

    Die Checkliste kannst du dir auch hier als PDF runterladen.

    Schönfärberei – gibt es nicht nur in Grün

    Eigentlich ist es ziemlich logisch, dass Greenwashing nicht die einzige Schönfärberei sein kann. Das wäre zu schön, um wahr zu sein. Es gibt noch viel mehr: zielgruppenspezifisch und thematisch sortiert. Die Palette reicht ein mal durch das ganze Regenbogenland.

    Whitewashing

    Whitewashing

    Der Versuch von Unternehmen Fakten zu vertuschen und Verantwortlichkeiten von sich wegzulenken nennt sich Schönfärberei.

    Brownwashing

    Brownwashing

    Unter den vielen Bedeutungen beschreibt es vor allem den Support von BIPOC ohne, dass antirassistische Werte im Unternehmen implentiert sind.

    Bluewashing

    Bluewashing

    Soziales Engagement ist nur eine PR-Kampagne findet sich aber nicht in moralischen und ethischen Strukturen eines Unternehmens wieder.

    Purplewashing

    Purplewashing

    Haben Unternehmen plötzlich ein genderfreundlichen Auftritt ohne sich tiefgreifend mit der Gleichstellung zu beschäftigen, dann wird das feministische Empowernment zweckentfremdet.

    Pinkwashing

    Pinkwashing

    Schaffen Produkte Aufmerksamkeit für Brustkrebserkrankungen und weisen dennoch Stoffe aus, die nachweislich für Brustkrebs sorgen, dann nennt sich das Pinkwashing.

    Rainbowwashing

    Rainbowwashing

    Um zu zeigen, wie progressiv und unterstützend ein Unternehmen mit der LBTQIA+-Community ist, werden schnell die Regenbogenfahnen gehisst. Meist im Monat Juni.

    Wir sind immer wieder erstaunt, welche Maßnahmen sich Unternehmen überlegen, um ihre Produkte und Dienstleistungen zu verkaufen. Da gibt es noch viel zu lernen. Auch für uns.

    So kannst du dich schützen

    100% sicher vor „grünen“ Marketing-Maßnahmen werden wir nie sein. Wichtig ist es zu erkennen, ob dahinter Greenwashing, eine neue Strategie oder echte Nachhaltigkeit steht.

    Sei aufmerksam und glaube nicht alles, was dir von Plakaten, Werbebannern & Co eingeredet wird.

    Du denkst, da stinkt etwas gewaltig? Dann tausche dich aus.

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